Konzert: Locas in Love Wintergala
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 06.12.2015
Dauer: Locas in Love gut 95 min, Rockaway Shanty Chor knapp 15 min
Zuschauer: vielleicht 300


 
Das Ende der Kindheit ist genau dann gekommen, wenn der Dezember nicht mehr der beste sondern der schrecklichste Monat des Jahres wird. Aus Vorfreude wird Hass auf jedes gedudelte Last Christmas (oder seinen Waterboarding-Remix Feliz Navidad), an die Stelle der großen Augen vor dem Kaufhof-Schaufenster treten blaue Flecken, ausgeteilt von den Ellbogen betrunkener Idioten mit Nikolaus-Mütze, die sich seit 11 Uhr im strömenden Regen auf einem der 48 Innenstadt-Weihnachtsmärkte Glühwein (oder Glykol) zu süßen Helene-Fischer-Klängen hinter die Binde gekippt haben und ihre Fröhlichkeit sehr körperlich verteilen. Daß das Beste am Advent bereits Ende August verkauft wird und im Dezember schon nichts mehr taugt (Dominosteine), ist da nur konsequent.


Inmitten all der billigen animierten LED-Weihnachtsbeleuchtung aus dem Baumarkt brennt auch Jahr für Jahr eine Kerze des guten Geschmacks*, die Locas in Love Wintergala - so etwas wie der Gegenentwurf zu Carmen Nebels großer Adventssause. 


2008 war mein erstes Vorweihnachtskonzert der Kölner Band im Alten Pfandhaus. Es folgten Galas im Stadtgarten, im Filmhaus oder in St. Michael am Brüsseler Platz. Mit Plätzchen, Liedern von ihrem Winteralbum (...Winter) und vielen liebevollen Extras. Mal lief im Hintergrund der Schnee-Western Leichen pflastern seinen Weg, mal Der Bär, mal liefen Locas Videos als Vorprogramm, mal sang der Rockaway Shanty Chor. Und jedes mal war die Wintergala ein großer Spaß (da ist ein Licht, da ist ein Licht). 


2014 war ein schwieriges Jahr für die Band, hatte Sänger Björn Sonnenberg bei der Gala vor zwölf Monaten erklärt. Die Aufnahme des fünften Studioalbums** erwies sich als große Prüfung. Im August 13 hatten Locas in Love die neue Platte an zwei Abenden im King Georg vorgestellt. Mich begeisterten die Stücke, die die Band am Tag nach dem zweiten dieser Konzerte in Frankreich aufnehmen wollte. Es folgten Monate der Selbstzweifel, Produzentenwechsel aber kein Album. Use your illusion 3 & 4 erschien dann erst Anfang 2015 und enthielt nur noch einen Teil der Stücke von damals. Dafür war die Platte ein Doppelalbum geworden. Und sie war erfolgreich. Zu meiner großen Überraschung erschien dann vor wenigen Wochen auch noch Kalender, eine zweite Platte innerhalb weniger Monate. 2015 war wohl ein gutes Locas-Jahr.


Die diesjährige Gala fand im Gebäude 9 statt. Björn hatte bei einem anderen Konzert einmal gesagt, man wolle früh anfangen, damit jeder noch seine Bahn bekommen könne. Auch heute begann es früh. Ab kurz nach acht spielte der Rockaway Shanty Chor im Hof vor dem Gebäude einige Lieder über das Leben auf See. Die ersten beiden Stücke waren einmatroste Pop- bzw. Rockklassiker (Es lebe Ostfriesland, Fahrwasser zur Hölle), der Rest Lieder über den Klabautermann, eine kleine Möwe und das Lieblingsgetränk der Seefahrer. Das war sehr toll und hätte gerne länger als eine knappe Viertelstunde dauern können. 

Setlist Rockaway Shanty Chor, Wintergala, Gebäude 9:

01: Es lebe Ostfriesland (Elvis Cover)
02: Fahrwasser zur Hölle (AC/DC Cover)
03: Die kleine Möwe
04: Klabautermann
05: Rum aus Jamaica ("es trinken die Matrosen von allen Spirituosen am liebsten Rum")


Nach den Shantys wurden wir zurück in den Saal gebeten. Bevor die Band auf die Bühne kam, erschien erst einmal Benjamin Walter (Jobbeschreibung: Guidance) und klärte uns darüber auf, was die Bleistifte und Blätter mit Comiczeichnungen bedeuteten. Wir spielten Locas-Bingo. Wie im Bus auf der Rückfahrt vom Seniorenausflug, nur charmanter. Benny las Symbole vor, die mit der Band zu tun haben, wir mussten 5er Reihen bilden. Gegen CDs. Wie viel Mühe sich Locas in Love machen, dem Publikum Dinge zu bieten... wundervoll! Zwar  eigentlich nicht nötig, da so etwas ja gerne dazu dient, von musikalischen Schwächen abzulenken. Trotzdem sind es diese kleinen originellen Elemente, die die Wintergalas so besonders machen.



Das Konzert begann mit zwei Stücken von Winter (Packeis und Wintersachen). Die Locase spielten wieder mit Ur-Schlagzeuger Maurizio Arca und mit Carmen Heß von Lingby (Wald- und Flügelhorn und Keyboard).



Nach den Wintersongs kamen die ersten beiden Stücke vom (ganz) neuen Album. Ich habe das zwar, konnte es aber noch nicht hören, kannte also nur die Lieder, die Locas in Love bei den beiden King Georg Konzerten damals gespielt hatten (zum Beispiel Ich bin eine Insel oder Ich werde ein Lied für alle schreiben). Die, die mir neu waren, waren besonders überzeugend. Ultraweiß! Oh! und Ruinen



Zwischendurch erklärte Björn immer wieder Dinge, fragte, ob es uns gefalle. Es gefiel sehr. Und es war kurzweilig. Als Locas in Love nach Egal wie weit von der Bühne gingen, kam es mir vor, als seien gerade 40 min gespielt. 



Am Freitag bei EL VY hatte es ein wundervolles Cover gegeben. Brent Knopf und Matt Berninger spielten She drives me crazy von den Fine Young Cannibals. Locas in Love coverten die Christmas number one von 1994, Stay another day von East 17. Beide Stücke sind im Original gruselig. Die Neuinterpretationen dagegen waren wundervoll! Die krachigen Gitarren von Björn und Jan Niklas machten aus dem Käse ein wirklich tolles Livelied! Im Smalltalk mit dem Publikum kam Björn auf die Idee, doch mal über ein Sommeralbum nachzudenken. Ich bin sicher, auch Bailando oder der Ketchup Song werden mich auf einer Locas-Sommergala begeistern! Bis das passiert freue ich mich jetzt doch erst einmal auf den kommenden Dezember und die nächste Wintergala.

Setlist Locas in Love, Wintergala, Köln:

01: Packeis
02: Wintersachen
03: Ich werde ein Lied für alle schreiben
04: Ultraweiß
05: Zum Beispiel ein Unfall
06: Maschine
07: Roder
08: Über Nacht ist ein ganzer Wald gewachsen (das Licht am Ende des Tunnels is ein Zug)
09: Oh!
10: Monkey
11: Manifest
12: Ruinen
13: Nein
14: Leyendeckerstraße
15: Es tut mir leid
16: Egal wie weit

17: Stay another day (East 17 Cover) (Z)
18: Sachen (Z)
19: Durch die Dunkelheit (Z)
20: Auto destruct (Z)

Links:


- aus unserem Archiv:
- Locas In Love, Düsseldorf, 20.03.15
- Locas In Love, Köln, 21.02.15
- Locas In Love, Köln, 07.12.14
- Locas In Love, Köln, 07.12.14
- Locas In Love, Köln, 22.12.13
- Locas In Love, Köln, 15.08.13
- Locas In Love, Köln, 14.08.13
- Locas In Love, Köln, 09.12.12
- Locas In Love, Köln, 09.12.12
- Locas In Love, Wiesbaden, 04.05.12
- Locas In Love, Köln, 02.10.11
- Locas In Love, Köln, 24.10.10
- Locas In Love, Köln, 30.11.08
- Locas In Love, Frankfurt, 20.10.07
- Locas In Love, Köln, 19.08.07


* Weihnachtspathos, yeah! 
** Winter ist offziell keines, hieß es einmal


Konzert: Torres
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 09.09.2015
Dauer: Torres 70 min, Harkin 30 min
Zuschauer: vielleicht 170



Ende Mai spielte Torres beim Primavera Festival in Barcelona eine Show, die uns so sehr beeindruckt hatte, daß wir sie am nächsten Tag gleich noch mal sehen wollten. Bei einem Festival, bei dem am Tag mehr als 70 Bands auftreten, die fast alle toll sind, kann man sich eigentlich nicht den Luxus erlauben, Künstler doppelt zu sehen. Im Fall von Torres ließ es sich aber nicht verhindern.

Beim Primavera war Mackenzie Scott solo aufgetreten und hatte ihre Stücke nur von ihrer E-Gitarre begleitet vorgetragen. Das stand zum Teil in großem Kontrast zu den Platten, war aber enorm eindrucksvoll. Die Sängerin entschuldigte sich irgenwann dafür, daß sie alleine da sei. Das nächste Mal hoffe sie, eine Band mitzubringen. Das war dann auch meine erste Nerd-Frage, als ich ins Gebäude 9 kam, "ist sie mit Band da?" Sie war.


Daß der Support ohne Band auftreten würde, wusste ich. Allerdings habe ich Katie Harkin noch nie solo gesehen. Die Britin, die Frontfrau der grandiosen Sky Larkin war (und damit auch im Gebäude 9), dann die Wild Beasts live unterstützt hat (auch im Gebäude), war zuletzt bei der kompletten Sleater-Kinney Tour als zusätzliche Gitarristin und Keyboarderin dabei. Und jetzt also solo unter ihrem Nachnamen Harkin. Wenn die Bands, über die wir hier schreiben, strenggenommen (also außerhalb der Indie-Blase) nicht eh alle unbekannt wären, wäre Katie Harkin die beste unbekannte britische Musikerin. Ich liebe die Platten, die Sky Larkin veröffentlich haben. Leider war damit offenbar keine große Karriere möglich, verdient wäre sie sicher!

Katie Harkin spielte eine halbe Stunde lang neue Lieder. Eines davon (Charme and tedium) sei erst letzte Woche entstanden. "So it's a baby!"


Als Katie ihr letztes Lied ankündigte, war ich sicher, daß sie höchstens fünfzehn Minuten gespielt habe, es war extrem kurzweilig. Obwohl da ja nur eine Frau mit E-Gitarre auf der Bühne stand. Wie schon bei Sky Larkin leben die Songs von der Mischung aus Katies wundervoller Stimme und den rohen Gitarrenklängen. Diese letzte Lied (Nothing the night can't change) war neben Bristling, das mit herrlich abgebrochenen Gitarrenklängen begann, das beste Lied des dann doch halbstündigen Sets. Hoffentlich erscheint bald etwas davon auf Platte!

Setlist Harkin, Gebäude 9, Köln:

01: Carve it out
02: National anthem of nowhere (Apostle Of Hustle Cover)
03: Charme and tedium
04: Decade
05: Bristling
06: Dial it in
07: Nothing the night can't change


Als Mackenzie und ihre Band auf die Bühne kamen, war es düster. Die Sängerin hatte eine brennende Kippe in der Hand und schwenkte die andächtig ins Publikum. Mir machte des ein wenig angst, es sah aus, als käme jetzt eine große Inszenierung. Groß ja, gekünstelter Quatsch nein. Torres beschränkten sich auf die Musik. Daß das vollkommen ausreicht, wusste ich ja.

Beim ersten Lied (Mother Earth, father God) war ich noch nicht davon überzeugt, daß die Bandversion mir genauso gut gefallen könnte wie Mackenzie alleine. Bei New skin danach war es genau umgekehrt. Die Instrumentierung mit zweiter Gitarre, Schlagzeug und Keyboard war atemberaubend schön! Manchmal (später) schrammte sie einige Male an der Grenze zum Bombast, bei Strange hellos fehlte nicht viel und es wäre fies rockig geworden, das Scorpions-Land winkte schon rüber. Die Instrumentierung blieb aber immer auf der geschmackvollen Seite. Und dann wieder kamen Stücke, die mit den zusätzlichen Musikern noch einmal massiv aufblühten. Das akustisch auch schon tolle A proper Polish welcome (ich weiß immer noch nicht, was das ist) war phänomenal, Sprinter mit Zweitstimme von Keyboarderin Erin (?) nicht weniger gut. 


Es war ein großartiges Konzert - ganz anders als die beiden im Mai - aber gleich gut. Nur manchmal gab es kleine Solo-Momente. Bei der Zugabe November baby begann die Sängerin alleine, von ihren Begleitern beobachtet. Erst ganz am Ende setzten die anderen drei Instrumente ein.Was nun besser ist? Keine Ahnung. Jedenfalls war das hier hervorragend!

Setlist Torres, Gebäude 9, Köln:

01: Mother Earth, father God
02: New skin
02: Cowboy guilt
04: Sprinter
05: A proper Polish welcome
06: Son, you are no island
07: Strange hellos
08: Honey
09: The harshest light 

10: November baby (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Torres, Barcelona, 30. & 31.05.15
- Sky Larkin, Köln, 17.11.10
- Sky Larkin, Köln, 25.02.09
- Sky Larkin, Paris, 23.02.09
- Sky Larkin, Amsterdam, 22.02.09
- Sky Larkin, Paris, 18.12.08
- Sky Larkin, Köln, 10.11.08
- Sky Larkin, Brüssel, 09.11.08
- Sky Larkin, Köln, 11.09.08


Konzert: I Am Kloot
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 16.05.2015
Dauer: I Am Kloot knapp 100 min, Sarah & Julian 30 min
Zuschauer:  ausverkauft




Diese Tagebuchschreiberei scheint nicht viel zu nutzen. Bei jedem I Am Kloot Konzert bin ich aufs Neue überrascht, daß der Laden voll ist. Dabei war es beim letzten Mal doch genauso. Kann man alles nachlesen.

Mein letztes I Am Kloot Konzert fand 2010 beim wundervollen Phono Pop Festival in Rüsselsheim statt (unbedingter Tipp - dieses Jahr am 10, und 11. Juli!). Seitdem habe ich die Band aus Manchester wieder einmal aus dem Auge verloren. Natürlich habe ich trotzdem keine Sekunde gezögert, ein Ticket für eines der drei Deutschland-Konzerte zu kaufen. Bisher hatte ich I Am Kloot in Köln zweimal im Luxor gesehen (und einmal beim Fest van Cleef in Odonien), diesmal waren sie im tollen Gebäude 9



Als wir reinkamen, war für eine Vorgruppe aufgebaut. Auf der Stoffverkleidung des Keyboards las ich "Sarah & Julia". Statt zweier junger Frauen kam um halb neun aber ein ergrauter, vollbärtiger Mann auf die Bühne - John Bramwell. Er kündigte den Support seiner Deutschland-Tour an, eine sehr tolle Geste! Ich verstand "Sarah & Julie". Da war wohl beim Ausdruck der Klavier-Beschriftung irgendwas schief gelaufen. Es kamen dann auch nicht zwei sondern drei Musiker auf die Bühne, die sich als Sarah & Julian und Schlagzeuger Nils (glaube ich) herausstellten. Sarah und Julian sind Geschwister und stammen ursprünglich aus Aschaffenburg. Nicht aus Reading. Hätte Julian keine Ansagen gemacht, ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, eine deutsche Band vor mir zu haben. 



Es fing beim ersten Lied White lips sehr ruhig an. Sarah spielte Piano, Julian akustische Gitarre. Dazu sangen beiden gemeinsam. Das klingt zunächst wenig spektakulär, war aber wunderschön. Später setzte dann ein erstaunlich dynamisches Schlagzeug ein, das perfekt passte. Vor dem zweiten Lied (Birds of a feather) gab es Probleme mit dem (geliehenen) Keyboard, die Julian gelassen mit "das gehört zum Programm" kommentierte. Ich hatte noch nie von der Band gehört und erst vorhin gelesen, daß die Geschwister u.a. 2014 beim Heimspiel von Gisbert zu Knyphausen aufgetreten sind. Der Auftritt von Sarah and Julian (und Nils) wirkte nicht nur musikalisch souverän.



Im vierten Lied Mayflies gab es eine lustige Klatsch-Choreographie der drei Musiker, dabei schlugen sie die Hände erst zusammen und dann auf die Brust und sangen dazu irgendwas mit vielen s-Lauten ("ssss sch sch sch" - für Rheinländer nicht mitsingbar), es war toll! Yesterday I thought danach sangen Julian und Sarah gemeinsam am Klavier. Das Programm war beeindruckend und sehr abwechslungsreich. Grob erinnerte mich der Auftritt immer mal wieder an die tollen Rue Royale.

Daß John Bramwell seine Vorgruppe vorgestellt hat, machte nach dem halbstündigen Auftritt sehr viel Sinn und war sicher nicht nur Zeichen britischer Höflichkeit!

Setlist Sarah & Julian, Gebäude 9, Köln:

01: White lips
02: Birds of a feather
03: Like a letter
04: Mayflies
05: Yesterday I thought
06: Monster
07: Slow 


Daß I Am Kloot auch zu dritt auftreten würden, hatte ich auf Fotos vom Berlin-Konzert gesehen. Beim Phono Pop hatte ich sie in der gleichen Konstellation (Gitarre, Bass, Schlagzeug) gesehen, davor zweimal in größerer Besetzung mit Steel Guitar. Ich hatte heute also eine etwas ruhigere I Am Kloot Version erwartet. Schon die paar Mikro-Tests beim Umbau zeigten, daß das Unsinn war. Bei den ersten Liedern spielte John eine E-Gitarre. Es war ordentlich laut! Erst später (beim vierten Stück?) wechselte er zur akustischen Gitarre und legte die nicht mehr weg. Dies ist musikalisch (aus Amateursicht) nicht weiter wichtig, es blieb auch mit dem leiseren Instrument laut, wenn man weiß, wie John die Akustikgitarre spielt, wird es aber relevant. Er hat keinen Gurt am Instrument, muß es also auf den Oberschenkel legen und den dafür anwinkeln. Er löste das mit einer leeren Bierkiste, auf der sein rechtes Bein mindestens 70 Minuten stand. Aber vermutlich sind Gitarrengurte unbequem.


I Am Kloot haben 2013 ihr letztes richtiges Album veröffentlicht. "Richtig", weil danach zwar ein Soundtrack erschien, auf dem neben Instrumentalstücken aber nur drei alte Lieder wiederveröffentlicht wurden. Daß ich die Nordengländer seit Jahren dooferweise mißachtet habe, war für das Konzert nicht weiter schlimm. Ich kannte fast alles. Denn das letzte Album Let it all in (das ich nicht habe) ignorierte auch die Band weitestgehend, warum auch immer (und bei der Ausnahme Masquerade versauten sie das Ende. "Sehr clever, den letzten Refrain wegzulassen!"). Es ist wohl eher die Tour zur gerade veröffentlichten Live-Platte Hold back the night.

Also ein Best of. Und wenn man I Am Kloot gut anderthalb Stunden zuhört, merkt man, wie viele Hits in so einem 26-Lieder-Programm stecken. Ferris wheel, Someone like you, From your favourite sky, To you, Storm warning, To the brink (mit dem John 2009 beim Perfekten Dinner einen Gastauftritt hatte). Wow. 


Daß ich beim Konzert nicht richtig aufmerksam war, lag dann wegen der vielen Knüller auch nicht an Langeweile (es ist fast immer so, daß nach 40 min die Gespräche lauter werden, längere Aufmerksamkeitsdauer geht wohl nicht mehr). Mich haben die beiden Kollegen von John zu sehr abgelenkt. Peter Jobson war schon sehr sehenswert und enorm beweglich für einen Bassisten, ganz besonders beeindruckend war allerdings Schlagzeuger Andy Hargreaves. Ich habe zu wenig Ahnung von Musik, bin aber nicht sicher, ob ich schon viele bessere Drummer gesehen habe. 


Zwischendurch gab es einen kleinen Vorgeschmack auf den Sommer. Im Juli spielt John Bramwell wieder beim Phono Pop Festival, diesmal aber alleine. Im Gebäude 9 schickte er seine beiden Kollegen in eine kurze Raucherpause und spielte I still do und At the sea solo. 

Bis zum Sommer werde ich noch wissen, wie gut der Konzertabend war, keine Frage!

Setlist I Am Kloot, Gebäude 9, Köln: 

01: One man brawl
02: Cuckoo
03: Life in a day
04: This house is haunted
05: Gods and monsters
06: Same deep water as you
07: Dead mens cigarettes
08: Someone like you
09: Masquerade
10: I still do (John Bramwell solo)
11: At the sea (John Bramwell solo)
12: Fingerprints
13: Over my shoulder
14: To the brink
15: Storm warning
16: Here for the world
17: Strange arrangement of colours
18: Ferris wheels
19: Because
20: Darkstar
21: Strange without you
22: To you
23: Northern skies
24: From your favourite sky

25: Twist (Z)
26: Proof (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
-
I Am Kloot, Paris, 23.03.13
- I Am Kloot, Dresden, 15.03.13
- I Am Kloot, Rüsselsheim, 10.07.10
- I Am Kloot, Köln, 28.03.10
- I Am Kloot, Köln, 24.10.08
- I Am Kloot, Köln, 26.07.08
- I Am Kloot, Paris, 27.03.08